Was ist ein iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)?
Neue Fenster, eine gedämmte Fassade, eine Wärmepumpe: Wer ein älteres Haus energetisch verbessern will, steht vor vielen Fragen. Was zuerst? Was hängt wovon ab? Was bringt am meisten? Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, gibt darauf Antworten, zugeschnitten auf Ihr Haus.
Was ist ein iSFP?
Der iSFP ist das Ergebnis einer Energieberatung für Wohngebäude. Eine Energieeffizienz-Expertin oder ein Energieeffizienz-Experte nimmt Ihr Haus vor Ort auf und bewertet den energetischen Zustand. Daraus entsteht ein Plan, der zeigt, welche Maßnahmen sinnvoll sind und in welcher Reihenfolge Sie sie angehen. Das kann eine Sanierung in einem Zug sein oder eine Sanierung Schritt für Schritt über mehrere Jahre.
Der iSFP folgt einem bundesweit einheitlichen Aufbau. Er beschreibt in der Regel:
- den heutigen Zustand von Dach, Wänden, Fenstern, Keller und Heizung,
- die empfohlenen Maßnahmen und ihre sinnvolle Reihenfolge,
- wie sich Energiebedarf und Energiekosten dadurch verändern können,
- eine Einschätzung der Kosten für die einzelnen Schritte.
Wer erstellt den iSFP?
Den iSFP erstellen nur Fachleute, die in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes eingetragen sind. Sie finden sie unter www.energie-effizienz-experten.de. Wichtig ist, dass die Beratung als geförderte Energieberatung beim BAFA läuft. Nur dann gilt der Fahrplan auch für den Förderbonus, der unten beschrieben ist.
Was kostet der iSFP und wer zahlt?
Das Honorar vereinbaren Sie mit der Energieberaterin oder dem Energieberater. Das BAFA bezuschusst die Energieberatung für Wohngebäude mit 50 Prozent des förderfähigen Honorars, höchstens jedoch:
- 650 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern,
- 850 Euro bei Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten.
Den Antrag stellen Sie vor Beginn der Energieberatung, entweder selbst oder über Ihre bevollmächtigte Beraterin bzw. Ihren bevollmächtigten Berater. Seit dem 1. April 2025 zahlen Sie das Honorar zunächst vollständig selbst; der Zuschuss wird danach an Sie als Antragsteller ausgezahlt. Den übrigen Teil des Honorars tragen Sie selbst. (Stand: Oktober 2026)
Was bringt der iSFP-Bonus?
Setzen Sie später eine Maßnahme an der Gebäudehülle um, die im iSFP empfohlen ist, etwa eine Dämmung oder neue Fenster, kann der BAFA-Zuschuss höher ausfallen. Der Fördersatz steigt dann um 5 Prozentpunkte, und es können höhere Kosten gefördert werden.
Seit dem 21. Juli 2026 gelten dafür strengere Regeln: Den Bonus gibt es erst ab förderfähigen Kosten von mindestens 30.000 Euro, und er wird nur auf den Betrag gezahlt, der darüber liegt. Für kleinere Einzelmaßnahmen bringt der Bonus damit nichts mehr. Bei umfangreicheren Sanierungen kann er sich dagegen weiterhin auswirken.
Für wen lohnt sich ein iSFP?
Ein Sanierungsfahrplan kann sinnvoll sein, wenn Sie
- ein älteres Haus gekauft haben oder kaufen möchten und wissen wollen, was auf Sie zukommt,
- mehrere Maßnahmen planen und die richtige Reihenfolge suchen,
- größere Sanierungen vorhaben und Förderung optimal nutzen wollen.
Auch ohne Bonus hat der iSFP einen Wert: Er verhindert, dass Maßnahmen später nicht zusammenpassen, etwa wenn neue Fenster vor der Fassadendämmung eingebaut werden.
Der iSFP und Ihre Finanzierung
Ein Sanierungsfahrplan macht Kosten planbar. Das hilft auch bei der Finanzierung: Wer die Maßnahmen kennt, kann sie von Anfang an in die Kauf- oder Sanierungsfinanzierung einplanen, mit Förderkrediten, Zuschüssen und einer passenden Rate. Das gilt besonders, wenn Sie ein älteres Haus kaufen.
Mehr zu Ihrem Vorhaben:
- Sanierung & Modernisierung finanzieren
- Baufinanzierung beim Kauf
- Fördermittel & Zuschüsse im Überblick
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